Leitbild

Präambel

Die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Gut Lanken gGmbH bildet einen Zusammenschluss von Menschen, denen bei aller Unterschiedlichkeit eines gemeinsam ist: der Wille eine Einrichtung zu schaffen und zu erhalten, in der behinderte und nichtbehinderte Menschen in gegenseitiger Achtung und Wertschätzung miteinander leben und arbeiten und in der jeder einzelne für sich und im Sinne des Ganzen seine Vorstellungen, Fähigkeiten und Ziele einbringen und verwirklichen kann.
Zu unserer Gemeinschaft zählen Menschen mit Behinderungen ebenso wie das betreuende Personal, Freunde, Eltern, Förderer und niedergelassene Mitarbeiter.
Die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Gut Lanken versteht sich jedoch nicht als geschlossenes, unveränderliches System, sondern ist wesentlich darauf angelegt, sich ihrem sozialen und kulturellen Lebensumfeld zu öffnen, es zu erkunden und zu bereichern. In einem konstruktiven und lebendigen Austausch mit der Außenwelt möchte die LAG Gut Lanken neue Beziehungen gründen und gestalten und damit einen wesentlichen Beitrag zur Integration leisten.
Mit dem vorliegenden Leitbild haben wir Grundsätze entwickelt, die allen auf dem Gut lebenden und wirkenden Menschen eine gemeinsame Orientierung und eine verlässliche Richtschnur geben soll.
Die Unversehrtheit und Würde der Persönlichkeit eines jeden Bewohners und Mitarbeiters steht im Zentrum unserer Zielsetzungen und bedingt als Grundlage unseres Handelns eine Ethik der Achtung und der Verantwortung.
Dieses Leitbild nach individuellem Vermögen mitzutragen und zu verwirklichen, obliegt allen, die das Wesen der Gemeinschaft aktiv mitgestalten.

Personenkreis

Die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Gut Lanken bietet behinderten wie nichtbehinderten Menschen ein liebevolles Zuhause. Unsere Einrichtung steht jedem, der sich mit den Leitzielen verbinden kann, offen - unabhängig von seinem religiösen Bekenntnis und seiner sozialen und kulturellen Herkunft.

Unser besonderes Anliegen ist die soziale Integration von Menschen mit geistiger- und körperlicher Behinderung. Wir helfen ihnen dabei, ihren individuellen Lebensweg zu finden und gleichberechtigt am Leben der Gesellschaft teilzunehmen.

Wir streben Ausgewogenheit von notwendigem Schutz und höchstmöglicher Verselbständigung als wichtigste Voraussetzung für wahre Lebensqualität an. Im Zentrum unserer Verantwortung steht der individuelle Unterstützungs- und Förderbedarf unserer Bewohner. An diesem wird sich das Maß der gebotenen Hilfe und Assistenz entscheiden.

Welt- und Menschenbild

“In jedem Menschen ist das Göttliche,
Wenn auch hundertfältig verborgen”

Wir gehen davon aus, dass jeder Mensch ein unverwechselbarer, geistiger Wesenskern ruht, der nicht nur entwicklungsbedürftig, sondern auch entwicklungsfähig ist und der die einmalige, unverwechselbare Persönlichkeit eines Menschen ausmacht.

Diese Überzeugung begründet die oberste Prämisse unserer Lebens- und Arbeitsgemeinschaft, dass jeder Bewohner ein lebenslanges Recht auf Förderung, Bildung und Weiterentwicklung hat. Aufgabe der Gemeinschaft ist es, jede Persönlichkeit in ihrer Besonderheit und Einmaligkeit zu erkennen, zu würdigen und ihr Raum und Möglichkeit zur Entfaltung zu geben.

Auf dem Hintergrund einer christlich humanistischen Werthaltung sollen Nächstenliebe, Toleranz und die Achtung vor der Schöpfung eine tragfähige Basis auf dem Gut lebenden Menschen und Tiere schaffen.

Ziele und Aufgaben

Die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Gut Lanken schafft für Menschen mit Behinderungen einen ganzheitlich orientierten, weltaufgeschlossenen Lebensraum, in welchem sie ihren Möglichkeiten und Bedürfnissen entsprechend gefördert und unterstützt werden und der ihnen sinnerfüllte Arbeit sowie abwechslungsreiche und anregende Freizeitangebote garantiert.

Es ist Aufgabe und Ziel der Gemeinschaft, eine Atmosphäre zu schaffen, die von Menschenliebe, Toleranz und Humor geprägt ist und die dazu beiträgt, jedem Bewohner ein liebevolles Zuhause zu bieten.
Die Verselbständigung unserer behinderten Bewohner und ihre individuellen Förderung und Persönlichkeitsentwicklung steht im Zentrum aller sozialtherapeutischen Bemühungen.

Die ökologische Landwirtschaft, die Pflege der auf dem Gut lebenden Tiere, die kulturellen Angebote und kunsthandwerkliche Tätigkeiten ebenso wie das gemeinsame Begehen der christlichen Jahresfeste vertiefen den ganzheitlichen Ansatz und lassen in jedem Bewohner das Gefühl der Verantwortung wachsen.

Im Arbeitsbereich ist unser zentrales Anliegen das Schaffen sinnerfüllter Tätigkeiten, die auf die individuellen Fähigkeiten, Wünsche und Bedürfnisse zugeschnitten sind. Im Rahmen seines jeweiligen Aufgabenbereichs soll jeder behinderte oder nichtbehinderte Mitarbeiter ein Bewusstsein dafür entwickeln können, dass Arbeit dem Ganzen dient und notwendig gebraucht wird.

Zusammenarbeit

Demokratische Mitbestimmung, Bereitschaft zur Übernahme persönlicher Verantwortung und konstruktive Teamarbeit sind für uns eine Selbstverständlichkeit. Bei der Planung und Gestaltung der sozialen Strukturen unserer Gemeinschaft legen wir hohen Wert auf freie Meinungsäußerung, Impulsgebung und aktive Mitarbeit sowohl der Bewohner als auch der Mitarbeiter und der Eltern.



Aspekte der Integration

Wir streben die Integration unserer behinderten BewohnerInnen nach innen (Gemeinschaft) wie nach außen (Gesellschaft) an. Dabei sehen wir jedoch die Ausgewogenheit von notwendigem Schutz und anzustrebender Verselbständigung des einzelnen als wichtigste Voraussetzung für wahre Lebensqualität. Ins Zentrum unserer pädagogischen und menschlichen Verantwortung stellen wir den individuellen Unterstützungsbedarf unserer (geistig) behinderten Bewohner. An diesem wird sich das Maß der gebotenen Hilfe und Assistenz entscheiden.

Ökonomie

Der verantwortungsvolle Umgang mit den wirtschaftlichen Ressourcen wird für jeden Mitarbeiter verbindlich vorausgesetzt.
Die möglicherweise entstehenden Konflikte zwischen Bedürfnissituation der Bewohner und den zur Verfügung stehenden Mitteln sollen diskursiv und für alle Beteiligten transparent behandelt werden. Primär und vorrangig haben in einem solchen Spannungsfeld die Belange der behinderten Menschen Geltung.